Kangal

Bei der Garra Rufa-Therapie handelt es sich um eine Hauttherapie mit türkischen Kangal-Fischen, die speziell bei Patienten mit der Hauterkrankung Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ihre Anwendung findet. Die Garra Rufa, zu deutsch die Rötliche Saugbarbe, ist eine 6-8 cm lange, im nahen Osten beheimatete Fischart aus der Familie der Karpfenfische. Schon seit über vierhundert Jahren werden in einer Kuranlage in Ost-Anatolien psoriasiserkrankte Menschen von Fischen "beknabbert".

Dazu folgender Hintergrund:
Normalerweise ernähren sich diese Fische von den im Wasser lebenden Kleinstlebewesen, die jedoch in dem bis zu 35°C warmen Wasser in Ost-Anatolien nicht ausreichend vorkommen.

Demzufolge zwang der herrschende Mangel an Plankton die Fische dazu, auf andere Eiweißquellen auszuweichen. Da dieser Thermalbach von der einheimischen Bevölkerung auch zum Baden benutzt wurde, fanden die Fische in den Schuppen der menschlichen Haut einen idealen Ersatz. Allerdings, und das sollte jeder Psoriasis-Patient wissen, stellt die Garra-Rufa-Fisch-Therapie keinen Anspruch auf Heilung. Das Ergebnis einer erfolgreichen Anwendung ist vielmehr, die Symptome mittel- und langfristig auf ein Minimum zu reduzieren.

Was geschieht bei der Garra Rufa-Therapie ?
Um einen optimalen Therapieerfolg zu erzielen, ist eine Cortison- Salben- Behandlung mindestens vier Wochen vor Therapiebeginn abzusetzen. Den Hauptteil der Kombinationstherapie bildet das tägliche "Bad mit den Fischen". Jeder Patient muss für diese Wannensitzungen täglich rund vier Stunden Zeit einplanen. Diese Sitzungen werden zweimal am Tag für 2 Stunden durchgeführt.Für die Therapie kommen spezielle Einzelbadewannen mit einem Fassungsvermögen von cirka 800 Litern, mit 32-34°C warmem Wasser, zum Einsatz.

Aus hygienischen Gründen ist gewährleistet, dass jeder Patient während der gesamten Therapiezeit in seiner "eigenen" Wanne badet und auch von seinen "eigenen" Fischen (pro Patient ca. 150 Stück) behandelt wird.
Mittels spezieller, hierfür konzipierter, Filteranlagen ist außerdem gewährleistet, dass das Wasser stets einen "sauberen" Zustand aufweist.

Bei der Anwendung berühren die Fische die Patienten, wobei durch den Stoss mit dem Fischmaul eine Massagewirkung entsteht. Im Zuge dieses Vorgangs werden die kranken Hautdefekte Stück für Stück von den Fischen gefressen. Nach Beendigung der Therapie gehen die Fische in eine 10tägige Regenration, wo sie für ihren nächsten Einsatz "fit" gemacht werden.

 



Glossarübersicht